Kino & Stream

Kultur als Ware?

Lars Penning

Was wird das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA dem deutschen Verbraucher wohl bringen? Chlorhühnchen und Hormonrindfleisch aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind die bekanntesten Befürchtungen, doch beim geplanten Abbau von Förder- und Protektionsmaßnahmen stehen auch kulturelle Errungenschaften wie die Filmförderung auf dem Spiel. Zwar nutzen US-Produktionen die Vorteile deutscher Fördergelder immer häufiger (etwa „Monuments Men“ von George Clooney); im Gegenzug sind Steueranreize, um Filmproduzenten im Land zu halten, in den USA sogar gesetzlich verankert. Trotzdem verhallen die Befürchtungen nicht, es könnten sich Lobbygruppen durchsetzen, die Kultur schlicht als Ware ansehen. Mittlerweile hat sich Kulturstaatsministerin Monika Grütters zwar dafür ausgesprochen, eine Generalklausel zum Schutz der Kultur in den Vertrag aufzunehmen. Aber kann man dem trauen, wenn auch weiterhin im Geheimen verhandelt wird? Dass man nichts Genaues erfährt, stellt den wohl größten Skandal in diesem Vorgang dar, nicht zuletzt deshalb darf man den überwiegend neoliberalen Verhandlungsführern auch das Schlimmste zutrauen. Öffentlicher Protest und mediale Wachsamkeit bleiben auch weiterhin das Gebot der Stunde.

Text: Lars Penning

Mehr über Cookies erfahren