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„La Deutsche Vita“ im Kino

La Deutsche Vita

Ein kleiner Dokumentarfilm, der während der letzten DOK Leipzig unverhofft zum Überraschungserfolg geriet: Alessandro Cassigoli hat seinen Wohnsitz vor sieben Jahren von Italien nach Berlin verlegt und droht nun in einem seelischen Zustand zu versacken, der ihm bereits von einigen anderen Exil-Italienern prophezeit wurde – der Krise des siebten Jahres. Und Cassigoli schlittert buchstäblich in diese herein, die Dreharbeiten zu „La Deutsche Vita“ beginnen vor unbarmherziger Berliner Winterkulisse. Kann man in dieser hochgejubelten Stadt wirklich so ein tolles Leben führen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beschließt der traurige Filmemacher auf Stippvisite zu gehen. Ob Mechatroniker, Friseur oder Gastronom: Sie alle haben ein paar Anekdoten zur immer wieder irritierenden Affäre mit der spröden Geliebten parat – Italien und Deutschland, das passt eben nur bedingt. Was leicht Gefahr laufen könnte, nichts als eine Aneinanderreihung markiger Klischees zu sein, wird vor allem durch den Schnitt errettet. Denn dieser offenbart ein wirklich schönes Gefühl für eine sehr spezielle situative Komik.

Text: Carolin Weidner

Foto: Alessandro Cassigoli

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „La Deutsche Vita“ im Kino in Berlin

La Deutsche Vita, ?Deutschland 2013; Regie: Alessandro Cassigoli, Tania Masi; ?60 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 6. März

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