Drama

„La Mélodie – Der Klang von Paris“ im Kino

Kulturteilhabe für Migranten-Kids: Das französische Drama widmet sich dem seit 2010 bestehenden Projekt ­“Démos“, das Kinder aus sozial benachteiligten Familien mit Musikunterricht fördert

Prokino

Ghettokids und Geigenunterricht? Eine Schule in einem Pariser Vorort wagt das Experiment und beauftragt den Berufsmusiker Simon (gespielt von Komödienstar Kad Merad) damit. Er soll den quirligen Sechstklässlern jedoch nicht nur in vier Monaten das Instrument beibringen, sondern auch Disziplin und – das Schwierigste – sich als Gruppe zu begreifen, in der nichts ohne den anderen geht. Als Ziel winkt ein Auftritt in der Pariser Philharmonie und damit das Ankommen der Migranten­kinder in der bürgerlichen Hochkultur.

Lange sieht es so aus, als ob Violinist Simon an seiner Aufgabe scheitert. Befände sich ­seine Musikerkarriere nicht im Sinkflug, hätte er den Job niemals angenommen. Warteten auf ihn nicht höhere Weihen, als respektlose Kinder zu unterrichten? Doch dann stößt der schüchterne Senegalese Arnold zur Gruppe, der unglaublich viel Talent beweist.

„La Mélodie – Der Klang von Paris“ widmet sich dem seit 2010 bestehenden Projekt ­Démos, das Kinder aus sozial benachteiligten Familien mit Musikunterricht fördert. Es teilt den pädagogischen Ansatz von „El Systema“ aus Venezuela, das in 30 Jahren ein landesweites Netz aus Kinder- und Jugendorchestern schuf. Kultur war auch für den algerisch­stämmigen Rachid Hami ein Schlüssel, seine Kindheit in den Banlieues von Paris durchzustehen. Überzeugt davon, dass man Armut, Gewalt und Zynismus Bilder und Worte entgegensetzen muss, gibt Hami nun sein Debüt als Spielfilmregisseur.

La Mélodie (OT) F 2017, 102 Min., R: Rachid Hami, D: Kad Merad, Samir Guesmi, Renely Alfred, Start: 21.12.

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