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„La vie d\Adйle“ darf nicht für Frankreich ins Oscarrennen

La Vie d'Adele

Er war der überraschende, gefeierte Gewinner des diesjährigen Festival de Cannes: „La vie d’Adиle“, Abdellatif Kechiches berührende Geschichte einer lesbischen Liebe. Selten herrschte noch vor der Vergabe der Goldenen Palme unter den Festivalbesuchern ein so großer Konsens, dass dieser Film der klare Gewinner sein müsste. So schien der französische Kandidat für die kommende Oscarverleihung eigentlich eine ausgemachte Sache zu sein.
Doch daraus wird nun nichts: Laut einer Klausel der Academy of Motion Picture Arts and Sciences muss ein Oscarkandidat ja über einen regulären Kinostart in seinem Heimatland verfügen. Dieser muss jedoch spätestens bis Ende September erfolgen. Der französische Verleih Wild Bunch will jedoch an seinem Starttermin am 9. Oktober festhalten. Diesen um zwei Wochen vorzuverlegen kommt für den Verleih offenbar nicht in Frage – so sehr der US-Verleih Sundance Selects sich auch darum bemüht, die Kollegen in Frankreich noch umzustimmen, um den Film die Chance für den Oscar 2014 nicht zu verbauen. Laut einem Bericht in „Deadline.com“ wollte Wild Bunch als Kompromiss eine Preview in Lille, dem Drehort des Films ermöglichen. Doch das geht nicht als regulärer Kinostart durch. Wild Bunch argumentiert, der Starttermin am 9. Oktober sei einfach optimal, darum wolle man ihn nicht vorziehen.
Sundance Selects/IFC Films President Johnathan Sering hofft, dass die Academy die Oscarregularien diesbezüglich in Zukunft lockert. In einem globalen Geschäft sei das strenge Datum für ausländische Oscarkandidaten nicht mehr zeitgemäß. Da die Academy jüngst ja einige Regularien verbessert habe, hofft Sering auch hier auf eine Neuregelung.
Nach Lage der Dinge hat „Adиle“ in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film also erst bei den Oscars 2015 eine Chance – davon würde der US-Verleih mit seinem Starttermin am 25. Oktober jedoch nicht profitieren. Zusätzlich Verwirrung könnte entstehen, falls der Film noch in anderen Oscarkategorien wie Regie oder Schauspiel eingereicht wird – was von den Regularien in Ordnung ist, hier ist ja nur ein US-Start im Jahr 2013 relevant. Offenbar will Sundance Select die Academy-Mitglieder mit Screenern beliefern – nicht zuletzt wurde die diesjährige Cannes-Jury ja von Academy-Mitglied Steven Spielberg geleitet. Auch für die kommenden Golden Globes und US-Kritikerpreise ist der Kritikerliebling ein heißer Kandidat.
Bis 12. Oktober haben deutsche Produzenten noch Zeit, ihre potentiellen Oscarkandidaten bei German Films einzureichen.

Quelle: Blickpunkt:Film

Foto: Filmfestspiele Cannes

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