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„The Lady – Ein geteiltes Herz“ im Kino

The Lady - Ein geteiltes Herz

Über die Ehe der burmesischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi mit dem 1999 verstorbenen Engländer Michael Aris war in der Weltöffentlichkeit bislang wenig bekannt. Dieses Spielfilmporträt skizziert die politische Laufbahn der Friedensnobelpreisträgerin und zeigt Beispiele für den Terror der Militärjunta in Myanmar. Zen­tral aber geht es um Solidarität und Opferbereitschaft in der Familie. Während die Burmesin in der Heimat gewaltlos für Demokratie kämpft und viele Jahre lang unter Hausarrest eingesperrt lebt, kümmert sich ihr Gatte in Oxford um die zwei Söhne und setzt sich mit allen Kräften für die Freilassung seiner Frau ein. Man mag dem Film Mängel vorwerfen: Die Melodramatik beim nahenden Krebstod des Ehemanns wirkt überdosiert, die Musik klingt mitunter aufdringlich oder unpassend. Eine Wahlkampfreise in die Provinz inszeniert Regisseur Luc Besson als folkloristischen Bilderbogen. Optimal ist jedoch die Besetzung der Titelrolle mit Michelle Yeoh. Sie sieht der Burmesin nicht nur äußerlich ähnlich, ihr gelingt hier auch die eindringlichste Charakterdarstellung ihrer Karriere.

Text: Ralph Umard

Foto: Magali Bragard / Universum Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Lady – Ein geteiltes Herz“ im Kino in Berlin

The Lady – Ein geteiltes Herz (Dans la lumiиre), Frankreich/Großbritannien 2011; Regie: Luc Besson; Darsteller: Michelle Yeoh (Aung San Suu Kyi), David Thewlis (Michael Aris), Jonathan Raggett (Kim); 133 Minuten; FSK 12

Kinostart: 5. April

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