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Lars Penning kommentiert: Das war das Kinojahr 2014

Lars Penning

Es steht zu befürchten: wenig. Bereits der Blick auf die Top-Ten-Listen der tip-Kritiker zeigt vor allem altbekannte Namen: Assayas, Koepp, Petzold, Anderson, Graf, von Trier. Sie alle drehten schöne Filme, bewährte Filmkunst in bewährtem Rahmen. Das Rad neu erfunden haben sie dabei allerdings nicht. Allein Richard Linklaters über knapp zwölf Jahre gedrehtes fiktives Jugenddrama „Boyhood“, in dem die Darsteller real altern, stellte ein gelungenes Experiment in durchaus kommerziellem Rahmen dar. Das US-Blockbusterkino hingegen präsentierte sich kläglich wie selten: Von Ridley Scotts albernem Bibelepos „Exodus“ bis zum dritten Teil des „Hobbits“ besitzt es momentan nur noch eine Lizenz zum Langweilen. Auch der Publikumsüberraschungserfolg des Jahres, die französische Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“, erscheint eher dubios, ist die Popularität vermutlich weniger der behaupteten Toleranz des Films geschuldet, sondern eher den darin breit ausgewalzten Ausländerklischees: „Ein Käfig voller Migranten“, gewissermaßen. Spätestens hier holt uns dann die traurige gesellschaftliche Realität ein.

Text: Lars Penning

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