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Lars Penning kommentiert: Festtagsstimmung

Lars Penning

Der Erste Advent ist bereits vorbei, noch drei Wochen bis Weihnachten, da kann man natürlich schon einmal in Jubelstimmung kommen. Wie etwa der Verband der Filmverleiher, der kurz vor Jahresende ein Gesamteinspielergebnis für Deutschland von ca. 1,2 Milliarden Euro prognostiziert. Erstmals. Rekord! Und auch die hochgerechnete Gesamtbesucherzahl von 140 Millionen findet man logischerweise ganz toll. Was weniger toll ist, wird allenfalls im Nebensatz mitgeteilt: Die  Rekordzahlen werden von einigen wenigen Blockbustern fast im Alleingang eingespielt. Momentane Einspiel-Spitzenreiter sind das Komödien-Sequel „Fack Ju Göthe 2“ mit 7,5 Millionen Euro, der amerikanische Animationsfilm „Minions“ mit 6,8 Millionen Euro und Til Schweigers letztes Jahr zu Weihnachten gestartete Demenzkomödie „Honig im Kopf“ mit 6,1 Millionen Euro. Augenblicklich bricht „Die Tribute von Panem, Mockingjay, Teil 2“ alle möglichen Rekorde, und der am 17. Dezember startende „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat bereits gewaltige Vorverkaufszahlen. Zum Vergleich: In Berlin haben pro Jahr ungefähr 560 Filme einen regulären Kinostart jenseits von Festivals und Einzelpremieren und schaffen in der Regel jeweils kaum einmal ein Einspielergebnis von 50 000 Euro. Um über die Runden zu kommen, spielen folglich auch die Programmkinos immer häufiger die Blockbuster. Die Schlussfolgerung lautet: Am Ende ist mehr doch wieder weniger.

Text: Lars Penning

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