Kino & Stream

Lars Penning kommentiert: Förderwahnsinn

Lars Penning

Die breite Öffentlichkeit beschäftigt sich in der Regel eher selten mit Streitfragen der Filmwirtschaft, weshalb die seit Monaten anhaltende Diskussion über Kürzungen beim Deutschen Filmförderfonds (DFFF) jenseits der Lobbygruppen bislang für wenig Wirbel sorgt. Dass von ver.di bis zur AG Kurzfilm alle protestieren, ist klar, schließlich geht es um Geld und Jobs. Doch vielleicht sollte man einmal kurz erwähnen, dass es den DFFF ja erst seit 2007 gibt und er von vornherein befristet angelegt worden war. Insofern sind die 50 Millionen Euro, die jetzt im Etat der Kulturstaatsministerin jährlich zur Verfügung stehen, ein Erfolg – selbst wenn das zehn Millionen Euro weniger sind als im Jahr 2014. Seltsam daran ist allenfalls, dass das Geld nun zwar sicher aus der Kultur kommt, die Diskussion, ob sich die Investition von Steuermillionen in diesem Bereich eigentlich lohnt, jedoch ausschließlich mit wirtschaftlichen Argumenten geführt wird. Im Grunde geht es bei der Filmförderung um Strukturförderung – von Kultur keine Spur. Doch nicht nur deshalb wäre es an der Zeit, die deutsche Filmförderung mit klareren Regeln und Anforderungen auszustatten. Denn momentan regiert auf der einen Seite die Gießkanne und auf der anderen Seite die Subventionsmentalität. Das Ergebnis ist die große Beliebigkeit, die erwiesenermaßen kaum jemand sehen will. Es muss sich etwas ändern.

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