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Lars Penning kommentiert: Fünfzig Geister

Lars Penning

„Fifty Shades of Grey“ ist im Kino angelaufen, und auch in Deutschland werden einige Millionen Zuschauer für die Verfilmung des SM-Lore-Romans von E.?L. James erwartet. Über künstlerische Qualität muss an dieser Stelle nicht debattiert werden, weit unterhaltsamer sind da sowieso all jene Aktionen, mit denen sich Firmen, die etwas zu verkaufen haben, nun an den „Fifty Shades“-Trend anhängen: Eine Lifestyle-Teppichmarke bietet ihre Produkte jetzt auch in – natürlich – „Fifty Shades of Grey“ an, ein Hotelbuchungsportal verkauft Reisen zu den Schauplätzen des Werkes und eine britische Baumarktkette schult ihre Mitarbeiter, um mit der erwartet erhöhten Nachfrage nach Kabelbindern kompetent umgehen zu können. Man sieht die weinenden Elektrikerlehrlinge förmlich vor sich: „Bitte, bitte schickt mich nicht mehr um Kabelbinder in den Baumarkt, die blinzeln mir da immer so verschwörerisch zu.“ Bei uns in der Redaktion ist unterdessen ein Wettbewerb darum ausgebrochen, was man mit den „Fifty Shades“ eigentlich noch alles bewerben könnte: Mir würden dank der Mehrdeutigkeit der englischen Sprache zum Beispiel Sonnenbrillen gut gefallen, und der Kollege Erik Heier erdichtete schon mal den künftigen Werbespruch amerikanischer Busunternehmen: „Fifty Shades of Greyhound“. Weitere Vorschläge sind herzlich willkommen.

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