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Lars Penning kommentiert: Goldesel

Lars Penning

Am 19. Juni wurde der Deutsche Filmpreis verliehen, die Lola. Die Nominierten und möglichen Preisträger sollen an dieser Stelle keine Rolle spielen – ob  wer was zu Recht oder Unrecht gewonnen hat oder nicht. Ein Preisträger stand bereits vorher fest: Til Schweiger bekam eine Ehren-Lola für den erfolgreichsten deutschen Film des letzten Jahres, die Tragikomödie „Honig im Kopf“. Wenigstens wirft man ihm für den Ehrenpreis nicht auch noch Steuergelder hinterher. Selbige aber bekommen die anderen Preisträger in durchaus nicht unerheblicher Höhe, denn der Deutsche Filmpreis ist der bestdotierte Kulturpreis Deutschlands. Ermittelt werden die Preisträger dabei in einem Voting unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch die sich aus Filmschaffenden rekrutierenden Mitglieder der Filmakademie (sowie einiger Bundestagsabgeordneter aus dem Kulturausschuss), der „größten und denkbar besten Fachjury“, wie die Akademie dreist behauptet. Man kann es aber natürlich auch unappetitlich formulieren: Die Mitglieder eines privaten Vereins kungeln untereinander aus, wer anschließend große Mengen an Staatsknete einfahren darf. Dabei geht es nicht darum, den Mitgliedern der Akademie hier unlautere Absichten zu unterstellen – das Ganze ist einfach ein dubioses Verfahren. Die Problematik ist natürlich nicht neu. Man sollte die Öffentlichkeit nur immer wieder daran erinnern.

Text: Lars Penning

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