Kino & Stream

Lars Penning kommentiert: Zombies

Lars Penning

Filmjournalisten neigen dazu, jeden Film gleich zu behandeln.Heute gibt es vielleicht den Auftrag, einen künstlerisch wertvollen Essayfilm anzusehen, morgen soll man einen Text über „Zombies im Blutrausch, Teil 13“ schreiben. Ob der Film später 5.000 Zuschauer findet oder 20 Millionen, sollte bei der Überlegung, ob etwas interessant und spannend ist, einfach keine Rolle spielen. Liest man dann allerdings die Wirtschaftsnachrichten aus dem Bereich Kino, bekommt man doch gelegentlich das Gefühl, im Elfenbeinturm zu sitzen. Denn da geht es natürlich ums große Geld. Aktuell sollen gerade 7.000 Stellen bei Warner Bros. gestrichen werden, weil man im Zuge der kürzlich gescheiterten Übernahmeofferte von Rupert Murdoch den Aktionären größere Effektivität (sprich: mehr Profit) versprochen hat. Manche Dinge klingen absurd und sind doch knallharte Geschäftspolitik: Soeben hat Warner Starttermine für geplante Superheldenfilme nach DC Comics bis ins Jahr 2020 bekannt gegeben – einfach um diese Termine für Disneys Marvel-Verfilmungen („Iron Man 3“ war 2013 der weltweit erfolgreichste Film) zu blockieren. Und alle kämpfen mit dem Rückgang der Zuschauerzahlen, die Profite machen die Multikonzerne längst mit Spielen, Serien, Blu-Rays und Video-on-Demand. Mal sehen, wie lange wir noch von Kinofilmen als Kunst- und Kulturgut berichten werden.

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