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„L\chaim – Auf das Leben“ im Kino

L'chaim - Auf das Leben

Chaim Lubelski hat ein unstetes, unkonventionelles Leben geführt und ist herumgekommen in der Welt. Schließlich ist der überzeugte Kiffer in einer kleinen Wohnung in Antwerpen gelandet, wo er sich um seine alte Mutter kümmert, die nicht mehr allein zurechtkommt. Chaim bleibt bei ihr bis zu ihrem Tod, und Filmemacher-Cousin Elkan Spiller dokumentiert.
Auch wenn das Ergebnis einen etwas zerfaserten Eindruck macht und Lubelski Spiller nicht wirklich an sich herankommen lässt, so erfährt man doch eine Menge über die Lebenserfahrung der sogenannten „second generation“, der Kinder von Holocaust-Überlebenden. Insbesondere ahnt man die ungeheure Last der Schmerzen über unwiederbringlich Verlorenes, die die Eltern an die Kinder, ob sie das nun wollen oder nicht, übertragen. Besonders schrecklich aber ist, dass sich am Ende des Lebens die Verbitterung, sie mag noch so gut verdrängt gewesen sein, ihren Weg bahnt, den Eltern das Sterben vergällt und den Kindern das Weiterleben.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Mindjazz Pictures

Orte und Zeiten: „L’chaim – Auf das Leben“ im Kino in Berlin

l’Chaim! – Auf das ?Leben!, Deutschland 2014; Regie: Elkan Spiller; 92 Minuten

Kinostart: Do, 27. August 2015

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