Dokumentarfilm

„Le grand bal – Das große Tanzfest“

Seit vielen Jahren bereits besucht Regisseurin Laetitia Carton ein jährlich in ihrer Heimat Auvergne stattfindendes großes Tanzfestival. „Le grand bal“ dauert sieben Tage und acht Nächte, in denen sich bis zu 2.000 Besucher*innen das Zeitgefühl verlieren und ganz dem gemeinsamen Tanz hingeben

Arsenal Filmverleih

Walzer, Mazurkas, Volkstänze. Man kann tagsüber Workshops besuchen, um die nötigen Schritte zu erlernen, und abends in verschiedenen Zelten zu unterschiedlicher Musik tanzen bis zum Umfallen. Und wer dann immer noch nicht genug hat, den locken noch weitere Jam Sessions bis zum Morgengrauen. Das Ganze hat mit seiner lockeren Campingatmosphäre etwas von einem Rockfestival, nur mit weniger Bierleichen. Höchstens kippen die Leute vor Übermüdung um. Und sie kommen aus ihrer reinen Konsumhaltung heraus, denn hier ist Mitwirkung zwar keine Pflicht, aber eine Notwendigkeit.

In ihrem Dokumentarfilm begleitet Carton die Teilnehmer*innen beim Tanzen, Mitsingen und Diskutieren: etwa, ob man lieber mit Menschen tanzt, die man kennt und sich dabei gut aufgehoben fühlt, oder ob man mit fremden Leuten beim Tanzen auf eine Reise ins Unbekannte geht. Wer führt? Mann oder Frau? Ist das eine Frage der Emanzipation? Und wie wirken sich große Altersunterschiede der Partner*innen beim Tanzen aus?

Als sie zum ersten Mal an einer ähnlichen Veranstaltung teilgenommen habe, sagt Laetitia Carton in ihrem Kommentar, habe sie sich an Erzählungen ihrer Großmutter erinnert gefühlt. Die hatte ihr einst von einer Zeit berichtet, in der man in den ländlichen Regionen seine Nachbarn noch gut kannte und bei solchen Bällen die Gemeinschaft festigte. Der „große Ball“ ist keine Nostalgieveranstaltung, doch auch für die Menschen, die hier zusammenkommen, geht es um das Gemeinschaftsgefühl: loslassen und eins sein mit den anderen.

Le grand bal – Das große Tanzfest F 2018, 90 Min. R: Laetitia Carton, Start: 29.11.

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