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„Leadersheep“ im Kino

Leadersheep_02_c_2011ElzevirFilmsEine Kalk-Hochebene in Südfrankreich – der Causse du Larzac ist ein beschauliches, rohes und etwas sprödes Stück Land. Seine Einwohner leben von Ackerbau und Schafzucht, viele schon seit Generationen. Paris karikiert den Larzac mitsamt seinen Bauern als folkloristisches Relikt einer vergangenen Zeit, mit Baskenmütze und Hirtenstock. Und so wird im Ministerium nicht lange gefackelt: Anfang der 70er-Jahre beschließt die Regierung, Teile des Areals für militärische Zwecke zu okkupieren. Wer schert sich schon um eine Handvoll Höfe? Enteignungen drohen. Doch die Rechnung geht nicht auf. Die Menschen des Larzac sind nicht bereit, ihren Grund herzugeben, die Erde, die ihnen viel mehr ist als bloße Lebensbasis. Man beginnt, sich zu organisieren. Zunächst auf kleiner Ebene, mit Bauernverbänden und Traktorzügen, die geschlossen in die nächstgrößere Stadt rollen. Die Öffentlichkeit wird aufmerksam. Schnell folgen die Kinder des Love & Peace, politische Bewegungen nehmen Anteil, und plötzlich steht eine Herde Schafe auf dem Champ du Mars, direkt unterm Eiffelturm. Der anfänglich unbeholfene Protest wächst zu einer Bewegung. Eine Retrospektive voller Emphase und ein Lehrstück über die Kraft der Resistenz.

Text: Carolin Weidner

Foto: 2011 Elzevir Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Leadersheep“ im Kino in Berlin

Tous au larzac Frankreich 2011; Regie: Christian Rouaud; 120 Minuten; FSK k.A.; Kinostart: 21. Februar

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