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Dokumentarfilm

„Lebenszeichen – ­Jüdischsein in Berlin“ im Kino

Die Mutter der Regisseurin Alexa Karolinski („Oma & Bella“) deckt eine Tafel für das Rosh-Hashanah-Fest. Dabei erzählt die gebürtige Kanadierin, dass sie das Jüdischsein erst in Berlin für sich entdeckt hat

Salzgeber

Aber auch, dass sie sich lange beim Anblick von deutschen Männern im Alter ihres ­Vaters gefragt hat, was diese während des Krieges getan ­haben. Waren sie Nazis, haben sie KZs bewacht?
Ein Professor erläutert die ­Medienrezeption der US-Serie „Holocaust“. Karolinskis Bruder David berichtet, dass ihn die Leute aufgrund seiner schwarzen Haare oft fragen, wo er denn „wirklich“ herkäme, und ihm darauf eine gute Antwort fehle. Evelyn Gutman singt jiddische Lieder und erzählt, dass sie die letzten Kriegsmonate in einem Berliner Bunker versteckt überlebt hat.
Karolinskis Film sammelt diese Geschichten nicht um einer fortlaufenden Erzählung willen. Ihr geht es eher um das Gefühl für ein jüdisches Leben, das die Gegenwart fast zwangsläufig mit der Vergangenheit verbindet. Allerdings steht und fällt das Interesse mit der Präsenz der Protagonisten. Mehr Stringenz hätte nicht geschadet.

Lebenszeichen – ­Jüdischsein in Berlin D 2018, 83 Min., R: Alexa Karolinski, Start: 23.8.

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