Bestsellerverfilmung 

„Leberkäsjunkie“ im Kino

Und sofort rasant mittenrein ins niederbayerische Gewühl: Diesmal muss sich der Eberhofer nicht nur mit seinem kleinen Sohn Paul auseinandersetzen, sondern auch mit Brandstiftung und Mord

2019 Constantin Film Verleih/ Bernd Schuller

Es ist eine Wonne zu erleben, wie sich Regisseur Ed Herzog und sein Ko-Autor Stefan Betz in mittlerweile sechs Verfilmungen der Krimis von Rita Falk eine herrliche Figurenriege geschaffen haben, die keiner Einführung mehr bedarf. Nun lässt sich trefflich dramaturgisch mit dem Umfeld der Hauptfigur, dem Niederkaltenkirchener Polizisten Eberhofer, jonglieren: dem kiffenden Vater, der kochenden Oma, der fordernden Freundin, dem lästigen Polizeichef, dem grantelnden Bürgermeister, dem dickbebrillten Installateur, dem klugscheißernden Schnüffler.

Diesmal muss sich der Eberhofer nicht nur mit erhöhtem Cholesterinspiegel und seinem kleinen Sohn Paul auseinandersetzen, sondern auch mit Brandstiftung und Mord. Der Mooshammer Liesl (mit sichtlichem Spaß dabei: Eva Mattes) haben sie nämlich den Hof angezündet, und in ebendiesem verbrannte eine junge Münchnerin. Zur Ermittlungs-Hilfe eilt einmal mehr ungefragt Eberhofers Ex-Kollege Birkenberger, der als selbsternannter Privatdetektiv kein Fettnäpfchen verpasst und dennoch immer wieder für manche Erleuchtung gut ist.

Alles wie gehabt also in diesem überdrehten anarchistischen Mikrokosmos: ein kurzweiliger, mitunter derber Spaß, bei dem die illustre Darstellerriege mittlerweile blind mit der jeweiligen Rolle Kapriolen dreht. Doch bei einem Aspekt müssen Ed Herzog und Team ein wenig Obacht geben: dass die hier wieder zahlreich zelebrierten Fress- und Sauforgien nicht irgendwann zum Selbstzweck verkommen.

Leberkäsjunkie D 2019, 97 Min., R: Ed Herzog, D: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Marie Potthoff, Eva Mattes, Start: 1.8.

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