Mobbingdrama

„LenaLove“ im Kino

Hass im Netz: Attacken auf eine 16-Jährige: LenaLove

Foto: Alpenrepublik

Hänseleien oder Tätlichkeiten unter Schülern gab es schon immer. Im Internetzeitalter aber können sie anonym erfolgen, da sind Attacken in Wort und Bild häufig hemmungsloser und perfider. Mobbing-Opfer werden durch virtuelle Intrigen, Cyber-Terror oder Shitstorms zur Verzweiflung gebracht.
Nachdem sich die sensible Lena mit ihrer ­besten Freundin Nicole zerstritten hat, setzt die alles daran, Lena fertigzumachen. Zuspruch und Trost findet die 16-Jährige bei einem ihr persönlich unbekannten Chat-Partner, der sich Noah nennt. Doch gibt es diesen virtuellen Freund wirklich? Lenas alleinerziehende Mutter hat eine heimliche Beziehung mit ­Nicoles Vater. Dessen Gattin will mit aller Macht den Schein einer gutbürgerlichen, intakten Ehe aufrechterhalten. Anhand der Eltern wird die Distanz der Generationen dargestellt. Differenzen in Lenas Tanz-Team bei den Vorbereitungen auf einen Wettkampf sorgen für weitere Probleme – und dann ist da noch Lenas Liebesgeschichte mit einem rebellischen ­jungen Seelenverwandten.
Autor, Regisseur und Musiker Florian Gaag hat sein dramaturgisch komplexes, inhaltlich vielschichtiges Drehbuch virtuos in Szene gesetzt, der famose Soundtrack unterstützt die Bildwirkung optimal. Das vertrackte Beziehungsgeflecht und die unkonventionelle, stilisierende Montage machen es einem nicht immer leicht, dem Geschehen zu folgen, was die Spannung jedoch nicht mindert. Die kamera-erfahrenen Jungmimen agieren psychologisch glaub­würdig, Lena-Darstellerin Emilia Schüle (Foto), ­deren anmutiges Antlitz häufig groß zur Schau ­gestellt wird, erinnert mit ihrem Lolita-Appeal an die junge Vanessa Paradis.

LenaLove D 2015, 95 Min., R: Florian Gaag, D: Emilia Schüle, Jannik Schümann, Sina Tkotsch, Kyra Sophia Kahre, Start:  22. 9.

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