Kommentar

„Lenk den Wagen!“ von Bert Rebhandl

Ob der Bindestrich einen ­großen Unterschied macht, werden wir demnächst sehen (und online auch besprechen): „Ben-Hur“ heißt der neue „Ben Hur“ im US-amerikanischen ­Original, genau so notiert es ­jedenfalls die einschlägige ­Internet-Movie-Data-Base auf www.imdb.com.

Bert Rebhandl

Der vielleicht berühm­teste ­Bibelschinken ­aller ­Zeiten ­erlebt eine Neuauflage, und da darf man sich natürlich fragen: Passt denn das noch in unsere Zeit, eine epische ­Bekehrungsgeschichte? ­Haben nicht die Coen-Brüder mit „Hail, ­Caesar!“ das Notwendige dazu gesagt? Das ist sicher alles richtig, trifft aber nicht den Kern der Sache. Der hat wohl, wie schon 1959, mit einer medienhistorischen Situation zu tun. Das Kino, selbst mit seinen vielen Blockbustern, hat wieder ­einmal Minderwertigkeitskomplexe. Wir wissen schon: weltweit ­interaktive Computerspiele, zunehmend überwältigende Datenbrillen, und sicher gibt es bald auch selbstfahrende ­Augen. Da tut es gut, wenn man für eine spektakuläre ­Geschichte („The Fast and the Furious ­Wagenlenker“!) auch noch ein wenig himmlischen Beistand hat. Jesus, hilf, lass Popcorn und Dollars regnen!

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