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„Let Me In“ im Kino

Let_Me_In„Nur damit du’s weißt“, beschwört das blasse fremde Mädchen, das barfüßig im Schnee vor dem schüchternen kleinen Owen auf dem Spielplatz steht, „ich kann nicht deine Freundin werden.“ Doch sie wird trotzdem über den dürren Jungen wachen, ihn aus seiner Isolation befreien, vor seinen gewalttätigen Mitschülern retten und ihn vor allem vor sich beschützen. „Ich bin kein Mädchen. Ich bin nichts“, sagt Abby (Chloй Moretz, das quirlige Hit-Girl aus „Kick Ass“) noch, denn sie ist in Wirklichkeit ein ausgewachsener Vampir im Körper einer schlaksigen Zwölfjährigen. Immer wieder zieht das so harmlos wirkende Wesen los, um brutal über körperlich überlegene Opfer herzufallen und sich an ihrem Blut zu laben.

Matt Reeves, der Regisseur des Post-9/11-Monsterfilms „Cloverfield“, legt mit „Let Me In“ ein düster-atmosphärisches Remake des innovativen schwedischen Jugend-Gruselfilms „So finster die Nacht“ aus dem Jahr 2008 vor. Abseits von ausgelutschten Horrorfilmklischees gelingt Reeves eine ungewöhnliche Melange aus ergreifend unschuldiger Liebesgeschichte und schockierend blutigem Realismus. Eine packende Neuversion, die den Vergleich zum Original nicht scheuen muss.                

Text: Jörg Buttgereit

Foto: Wild Bunch Germany

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Let Me In“ im Kino in Berlin

Let Me In Großbritannien/USA 2010; Regie: Matt Reeves; Darsteller: Chloe Moretz (Abby), Kodi Smit-McPhee (Owen), Richard Jenkins (Abbys Vater); 119 Minuten; FSK 16

Kinostart: 15. Dezember

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