Kino & Stream

„A Letter to the Future“ im Kino

Letter To The Future

Miriam Torres ist eine passionierte Verfechterin der kubanischen Revolution. Sie war 16 Jahre alt, als Fidel Castro und Che Guevara das alte Regime hinwegfegten und eine neue Gesellschaft errichteten. Bis auf den heutigen Tag ist die Revolution ihre Jugendliebe geblieben, auch wenn sie es nicht fassen kann, dass man seit Jahrzehnten immer nur die gleiche Brotsorte im sozialistischen Inselstaat bekommt. Regisseur Renato Martins porträtiert in seinem Dokumentarfilm „A Letter to the Future“ drei Familien aus Havanna – die Torres’, die Moniers, die Ceppes. Zehn Protagonisten und mehrere Nebenfiguren erzählen von ihren Hoffnungen und Träumen, ihren Sorgen und Nöten, ihren Erinnungen und Zukunftsaussichten. Lehrerinnen, Berufsfahrer und Gelegenheitsjobber finden sich darunter. Entstanden sind die Porträts zwischen 2003 und 2010.
Renato Martins hat daraus ein etwas unübersichtliches, melancholisches Familienalbum gemacht, das mit vielen sentimentalen Impressionen und wehmütigen Liedern versetzt ist. Eine kleine Liebeserklärung für ein Land, das wie aus der Zeit gefallen erscheint. Interessant ist „A Letter to the Future“ vor allem für Kuba-Afficionados.

Text: Volker Gunske

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „A Letter to the Future“ im Kino in Berlin

A Letter to the Future (Carta para o futuro), Brasilien/Portugal/Deutschland 2011; Regie: Renato Martins; 91 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 29. Dezember

Mehr über Cookies erfahren