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Teenieromanze

„Letztendlich sind wir dem Universum egal“ im Kino

Sie treten in letzter Zeit wieder vermehrt auf, jene Melodramen, in denen sich jungen Menschen pausenlos anschmachten; Filme, die nur von der pubertierenden Zielgruppe auszuhalten sind

Orion Pictures

Doch bereits der Ansatz ist hier etwas anders: Denn die 16-jährige Rhiannon hat sich ausgerechnet in A verliebt. Und A, das ist nicht irgendein blondgelockter Sunnyboy mit Idealkörper, sondern ein seltsames, im Grunde körperloses Wesen, dass jeden Morgen in einem anderen Körper aufwacht und ihn einen Tag lang „benutzt“ – immer nur einen Tag, stets Leute im jugendlichen Alter und von der Entfernung nie zu weit weg vom vorherigen Wirt.

So dauert es natürlich eine Weile, bis Rhiannon die Existenz von A akzeptieren kann und feststellen muss, dass sie dessen Charme (und Lebensweisheit) erlegen ist. Doch wie soll man eine Beziehung mit jemandem führen, der jeden Tag anders – und auch nicht immer attraktiv – aussieht und zudem munter das Geschlecht wechselt? Und wie soll man das alles dann dem sozialen Umfeld erklären?

Die Adaption des Bestseller von David Levithan wirft interessante Fragen um Identität, Liebe und Treue auf und hält so den älteren Zuschauer – auch dank des souveränen Auftritts von Hauptdarstellerin Angourie Rice – bei der Stange. Man wird selbst neugierig, wie A heute aussehen wird und wie Rhiannon mit der auf Dauer emotional völlig untragbaren Situation umgehen wird. Natürlich ist das Ganze passend zur biederen Mittelklasse-Szenerie zu brav inszeniert und geht nicht allzu sehr in die Tiefe. Aber ein Film, der „This Is The Day“ von The The als musikalisches Leitmotiv benutzt, der kann so schlecht nicht sein. Martin Schwarz

Every Day (OT) USA 2018, 98 Min., R: Michael Sucsy, D: Angourie Rice, Colin Ford, Maria Bello, Start: 31.5.

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