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Liam Neeson in „Der Andere“ im Kino

„Wünschtest du dir nicht manchmal, du könntest noch mit jemand anderem schlafen?“ Wer von seiner Ehefrau mit dieser Frage konfrontiert wird, darf ins Grübeln kommen. Als Lisa eines Tages spurlos verschwindet, durchsucht Peter ihren Computer und findet in der Tat Beweise, dass es noch einen anderen Mann gibt. Der Gedanke an Rache treibt ihn nach Mailand, wo er die Nähe des Nebenbuhlers (Antonia Banderas) sucht und dessen Geheimnis entdeckt.
„Liebesfluchten“ heißt der Band mit Erzählungen von Bernhard Schlink („Der Vorleser“), der die Vorlage für diesen Film enthält: eine Dreiecksgeschichte, erzählt aus der Perspektive des Ehemannes, der das Doppel­leben seiner Frau enthüllt – das Psychogramm einer Verzweiflung. Wenn aber der Film, der seine Gegenwartshandlung mit zahlreichen Rückblenden aus der Perspektive aller drei Hauptpersonen unterschneidet, nach zwei Dritteln mit einer ganz unvorbereiteten Enthüllung aufwartet, dann darf der Zuschauer sich zu Recht wie eine manipulierte Figur des Schachspiels fühlen, das hier eine so große Rolle spielt. Suspense und Drama lösen sich da gleichermaßen auf.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Der Andere“ im Kino in Berlin

Der Andere (The Other Man), USA/Großbritannien 2008; Regie: Richard Eyre; Darsteller: Liam Neeson (Peter), Antonio Banderas (Ralph), Laura Linney (Lisa); 88 Minuten

Kinostart: 1. Juli

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