Komödie

„Liebe Halal“ im Kino

Bedürfnisse zwischen Pflicht und Verlangen: „Liebe Halal“

Liebe Halal
Foto: Neue isionen

So ein Film ist selten. Nicht weil sich „Liebe Halal“ mit Fragen beschäftigt, was in Gefühls- und Verlangensfragen in einer islamischen Gesellschaft halal, also erlaubt oder zulässig ist. Es ist vielmehr die Form, die Regisseur Assad Fouladkar dafür gewählt hat: „Liebe Halal“ ist kein bitteres Drama, sondern eine mit ernsteren Untertönen unterfütterte Komödie.
Darin verwebt der libanesische Filmemacher einige Parallel-Erzählungen aus dem Alltag in Beirut: Eine Frau verspricht sich Entlastung im Haushalt, indem sie eine jüngere Zweitfrau ins Haus holt. Ein Obsthändler hat eine Affäre mit einer geschiedenen Frau. Und ein Mann bekommt seine krankhafte Eifersucht nicht in den Griff.
Während sie sich alle im Spannungsfeld zwischen den islamischen Pflichten und Regeln,  Moralvorstellungen und den eigentlichen Bedürfnissen in Sachen Sex und Liebe mühen, bleibt allerdings nicht nur der Humor ziemlich harmlos: Auch die (An-)Spannungen lösen sich auf recht vorhersehbare Weise. Eine stärkere emotionale Kraft kann „Liebe Halal“ so letztlich nicht entwickeln. Leichtfüßig und unterhaltsam inszeniert ist dieser ungewöhnliche, normale Blick auf die muslimische Gesellschaft des Libanons aber allemal.

Halal Sex (OT) LIB/D 2015, 90 Min., R: Assad Fouladkar, D: Darine Hamze, Rodrigue Sleiman, Start: 7.7.

Bewertungspunkte3

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