Dramatische Komödie

„Lieber Leben“ im Kino

Nur nicht aufgeben– Querschnittslähmung und Galgenhumor

Neue Visionen

Grand Corps Malade – was für ein Künstler­name für einen Rapper. Und bei dem französischen Musiker hat das einen Hintergrund: Vor 20 Jahren wurde er durch einen Sprung in ein Schwimmbad teilweise gelähmt. Zusammen mit Clipregisseur Mehdi Idir hat er nun seine eigene Geschichte verfilmt – und dabei ein besonderes Gewicht auf durchaus komische Momente gelegt.

Ein dämlicher Sprung in ein Schwimmbecken mit zu wenig Wasser – schon ist es passiert: Mit einer sogenannten inkompletten Tetraplegie, also einer Querschnittlähmung, bei der alle vier Gliedmaßen betroffen sind, landet Ben in einer Reha-Klinik. Der junge Mann wollte Sportlehrer werden und träumte zudem von einer Karriere als Basketballspieler.

Nun trifft er auf Menschen mit einem ähnlichen Schicksal: Fahrid, auch mental ein echter Profi-Rolli, der stets coole Toussaint, der mitunter depressive Steeve und Samia, eine bildhübsche junge Frau, auf die Ben schnell ein Auge geworfen hat. Was die Gehandicapten-Gang auszeichnet, ist ihr unglaublicher Galgen­humor. Hier in der Klinik sind sie keine Außenseiter, hier können sie sich unterstützen, über Hoffnungen und Pläne reden und auch mal einen Joint durchziehen. Aber was wird nach der Therapie? Und bringt die überhaupt was?
Die Reha-Szenerie wirkt ebenso authentisch wie der Umgang der Patienten miteinander. Denn die Regisseure bleiben ganz nah dran an ihren Figuren, lauschen intimen Gesprächen, schildern die wiederkehrenden Probleme des Behindertenalltags – und machen mit ihrem Film Mut, auch in scheinbar aussichtsloser Lage nicht aufzugeben.

Patients (OT) F 2016, 111 Min., R: Grand Corps Malade und Mehdi Idir, D: Pablo Pauly, Soufiane Guerrab, Moussa Mansaly, Nailia Harzoune, Start: 14.12.

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