Kino & Stream

Lisandro Alonso-Filme im Arsenal

Im Kreis der Filmmacher, die unter dem Label „nuevo cine argentino“ sub­sumiert werden (u.a. Lucrecia Martel, Pablo Trapero, Martin Rejtman) nimmt Lisandro Alonso eine prominente Rolle ein, ohne freilich hierzulande angemessen bekannt zu sein. Das Arsenal will das nun mit einer Filmreihe ändern, in der Alonso selbst seine Filme vorstellen wird, sein jüngstes Werk „Liverpool“ (Foto), bringt das Arsenal als Verleih danach gleich selbst ins Kino. Mit Arbeiten wie „La liberdad“, „Los muertos“ oder nun „Liverpool“ hat Alonso, 1975 in Buenos Aires geboren, einen Stil vorangetrieben, den der argentinische Kritiker Diego Lerer einmal zutreffend als „extremen Asketizismus“ charakterisiert hat. Alonsos Filme beobachten ihre Helden bei ihren Verrichtungen und Wegen mit beinahe meditativem, dokumentarischem Minimalismus, aber die dadurch gesteigerte Aufmerksamkeit macht erst die kleinen und großen Dramen sichtbar, die in diesen Szenerien tatsächlich stecken. „La liberdad“ (2001) erzählt aus 24 Stunden im Leben eines Holzfällers in La Pampa, von zähen Gürteltieren und einem blutigen Körper im Wald, „Liverpool“ (2009) von einem Matrosen, der sich auf eine Fahrt in den Süden Argentiniens aufmacht, um seine Familie zu sehen – eine eisige Begegnung in Südpatagonien.

Text: Robert Weixlbaumer

Im Niemandsland – Die Filme von Lisandro Alonso, Arsenal, Fr 9. bis Mi 21. April

Eröffnung der Werkschau am 9.4., 20 Uhr mit „Liverpool“. Der Regisseur ist vom 9. bis 11.4. zu Gast.

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