Drama

„Little Men“ im Kino

Schweigestreik: Ira Sachs beleuchtet die Little Men

Foto: Salzgeber

„Sag endlich etwas!“, brüllt Jakes Vater vom Fahrersitz nach hinten. Aber Sohn Jake schweigt, wie sein Freund Tony, seit Tagen kein Wort von beiden. Es braucht nur noch ein paar Sekunden, bis der Mann am Steuer explodiert: Brian (Greg Kinnear), wenig erfolgreicher Schauspieler in Brooklyn, New York. Neben ihm seine Frau Kathy (Jennifer Ehle), Therapeutin und Brotverdienerin. Das Haus haben sie von Jakes Großvater geerbt, samt billigem Vertrag für die Ladenbesitzerin Leonor (Paulina Garcia). Dass ihr Sohn Tony so eng mit Jake befreundet ist, macht alles komplizierter.
„Little Men“ ist der dritte Film einer Reihe, in der Ira Sachs Männerpaare betrachtet. In „Keeping The Lights On“ (2012) verarbeitete der New Yorker die Beziehung zu seinem Exfreund, in „Love Is Strange“ (2014) erzählte er von zwei reifen Männern. „Little Men“ verschiebt die Frage der Nähe zurück ins Labor der Pubertät, ersetzt Liebe durch Freundschaft. Sachs folgt dem Weg zum Schweigestreik mit Neugier für die Lebensstile von Brooklyns Bohème. Stärken zeigt der Film im widerspruchsreichen Bild der Erwachsenenwelt. Im Streit zwischen der passiv-aggressiven Mieterin und den gentrifizierenden Hausbesitzern sieht keiner gut aus.

Little Men USA 2016, 85 Min., R: Ira Sachs, D: Greg Kinnear, Jennifer Ehle, Start: 2.3.

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