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„Live aus Peepli – Irgendwo in Indien“ im Kino

Live aus Peepli - Irgendwo in Indien

Im aufstrebenden Indien ist die Landbevölkerung weitgehend abgekoppelt vom Wirtschaftsboom der urbanen Zentren. Das führt unter anderem dazu, dass sich viele Bauern überschulden und nur im Selbstmord einen Ausweg sehen. „Live aus Peepli“, produziert von Bollywood-Querkopf Aamir Khan, greift diese Problematik nun auf, erfindet jedoch eine andere Motivation für den möglichen Selbstmord des Bauern Natha: ein angebliches Regierungsprogramm, durch das die Hinterbliebenen hohe Entschädigungen bekommen sollen. Als ihn sein Bruder zum Suizid überreden will, hört zufällig ein Reporter zu, und bald schon fallen Medienscharen in das Dorf ein. Mit seinem um Realität bemühten Blick auf die dörfliche Armut zeigt „Live aus Peepli“ die gesellschaftskritische Seite Bollywoods. Zwar verzichtet Regisseurin Anusha Rizvi so auf den typischen visuellen Gloss – aber in der chaotischen Eigendynamik der Ereignisse nicht auf den Humor. Um korrupte Politiker und sensationsgeile Journalisten ins Visier zu nehmen, verbindet sie vielmehr die bittere Tragik mit Satire und macht ihren Film zu einem Spiegel des gesellschaftlich gespaltenen Subkontinents.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Live aus Peepli“ im Kino in Berlin

Live aus Peepli – Irgendwo in Indien (Peepli Live), Indien 2010; Regie: Anusha Rizvi; Darsteller: Omkar Das Manikpuri (Natha), Raghuvir Yadav (Budhia), Malaika Shenoy (Nandita); 108 Minuten; FSK 12

Kinostart: 11. November

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