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Dokumentarfilm

„Living the Light – Die Bildwelten des Robby Müller“ im Kino

Gelungenes Porträt des kürzlich verstorbenen Kameramanns Robby Müller, der vor allem durch seine Arbeit an Filmen von Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier Berühmtheit erlangte

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„Es sieht schlicht aus. Doch diese Schlichtheit zu erreichen, ist viel Arbeit“, analysiert die Kamerafrau Agnès Godard die Bilder des im letzten Jahr verstorbenen Robby Müller. Es ist eine der wenigen weiblichen Positionen in diesem Film über den berühmten Kameramann. Der Grund dafür: Müller hat seine Kunst vor allem Regisseuren – darunter Wim Wenders, Jim Jarmusch und Lars von Trier – zur Verfügung gestellt, und Kamerafrauen sind, trotz steigender Zahl, noch immer verhältnismäßig rar. Claire Pijman ist eine von ihnen, und ihr Dokumentarfilm „Living the Light“ ist sowohl eine Spurensuche nach der Magie von Müllers Schaffen als auch ein Porträt, eine Hommage, ein Abschied.

Ein Abschied, in dem Müller selbst noch einmal überaus sichtbar wird. Zwar finden sich selbstredend viele ikonische Ausschnitte berühmter Filme, an denen er mitgewirkt hat – „Paris, Texas“, „Dead Man“, „Leben und Sterben in L.A.“ –, aber nicht wenig Bildmaterial stammt auch aus Müllers privater Produktion. Tagebuchartige Snippets aus Hotelzimmern und von Regentagen, die spielerische Verfolgung eines im Wasser treibenden Blattes. „This was not a Hollywood-eye“, fasst es jemand im Film treffend zusammen. Oder: „Robby ging es nie um schöne Bilder, sondern um das Gefühl.“ Jenes Gefühl ist in den Arbeiten Müllers konserviert. Es verdankt sich unglaublicher Konzentration, in der gleichzeitig die Möglichkeit von Freiheit lag. Was noch alles dazugehörte, zeigt „Living the Light“.

Living the Light – Die Bildwelten des Robby Müller
NL/D 2018, 86 Min., R: Claire Pijman, Start: 12.12. 3325

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