Komödie

„Lommbock“ im Kino

Misslungene Fortsetzung der Kiffer-Kultkomödie „Lammbock“ von 2001

Wild Bunch Germany

Kann man die eigene Vergangenheit hinter sich lassen? Kann man in Würden zu den Fehlern stehen, die man einst gemacht hat? Oder soll man lieber alles abstreiten oder alles verschweigen, was einem heute vielleicht unangenehm ist und was die Menschen, mit denen man jetzt zu tun hat, gegen einen aufbringen könnte?

Stefan hat eher letzteres im Kopf, den Traum von der Strandbar in der Karibik träumt er schon lange nicht mehr, als Anwalt verdient er das große Geld, und jetzt steht seine Eheschließung mit einer Geschäftsfrau bevor, deren Vater in einem der Arabische Emirate eine große Nummer ist. In seine Heimatstadt Würzburg soll ihn nach 15 Jahren deshalb nur ein kurzer Abstecher führen, um Papiere für die Hochzeit zu besorgen.

Doch dann trifft er seinen alten Kumpel Kai wieder, schon schwelgt man in seligen Erinnerungen an den gemeinsamen Pizzaservice „Lammbock“, der eigentlich ein Marihuana-Service war. Das ist auf jeden Fall schöner als die triste Gegenwart, in der Kai Familienvater ist und einen wenig einträglichen Asia-Lieferservice namens „Lommbock“ betreibt. Gemeinsame Joints reichen aus, nach Fluchtwegen zu suchen, und als Stefan dann noch seine Jugendliebe wiedertrifft, bleibt das nicht ohne Folgen. Spätestens, wenn Kai seinem Freund ins Emirat nachreist und einen tollkühnen Plan offeriert, bei dem ein Sexspielzeug eine Rolle spielt, weiß man, dass dies später in einer peinlichen Szene zum Einsatz kommen wird.

Das ist der Tiefpunkt des Films, der eine schöne Geschichte über Männer und ihre Schwierigkeiten erwachsen zu werden, hätte erzählen können. Doch „Lommbock“, die späte Fortsetzung von „Lammbock“, mit dem Christian Zübert 2001 sein Regiedebüt gab, ist daran weniger interessiert als an schalen Scherzen. Schade. Frank Arnold

Lommbock D 2016, 106 Min.,, R; Christian Zübert, D: Lucas Gregorowicz, Moritz Bleibtreu, Alexandra Neldel, Start: 23.3.

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