Kino & Stream

„Long Distance Love“ im Kino

„Sei tapfer und trage immer das Tuch“, lauten Alishers Abschiedsworte an seine schwangere Frau Dildora. Alisher ist 18, Moslem, und wohnt in der kirgisischen Stadt Osh. Er hat wenig gelernt und von der Welt noch weniger gesehen. Vertraut ist ihm nur Armut – der trinkende Vater und wie die Mutter ihre Familie mit Näharbeiten durchbringt. Doch 2007 wird Alisher nach Russland ziehen, um dort Arbeit zu suchen, so wie zwölf bis 16 Millionen andere junge Männer aus Zentralasien auch.
Was sie dabei durchmachen, zeigen die schwedischen Filmemacher Magnus Gertten und Elin Jönsson in ihrer Dokumentation „Long Distance Love“. Über ein Jahr begleiten sie Alisher und seine Familie mit der Kamera, halten seine Liebesgeschichte fest, den Trennungsschmerz, existenzielle Krisen und Ängste. Sie reisen mit dem jungen Mann nach Moskau, zeigen, wie er dort nach Anfangsschwierigkeiten endlich Arbeit findet und wieder verliert. Ehrliche und doch Distanz wahrende Bilder berichten von der Hoffnung und vom Elend des heimatlos gewordenen Billigjobbers, der im täglichen Überlebenskampf beinahe untergeht.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Long Distance Love“ im Kino in Berlin

Long Distance Love Schweden 2009; Regie: Magnus Gertten und Elin Jönsson;
mit: Alisher Sultanov, Dildora Sultanov; Farbe, 77 Minuten

Kinostart: 22. Oktober

Mehr über Cookies erfahren