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„Love Crime“ von Alain Corneau

Love Crime

Ein Drama aus der modernen Arbeitswelt, das man gemeinhin als Mobbing bezeichnet: Eine Vorgesetzte fördert ihre Untergebene, allerdings nicht uneigennützig. Als diese sich gegen kalkulierten Psychoterror und öffentliche Demütigungen zu wehren beginnt, eskaliert die Situation, eines Tages findet man die Vorgesetzte ermordet in ihrem Haus.
Egal, ob man Brian De Palmas ab 2. Mai in den deutschen Kinos laufenden „Passion“ mag oder nicht: Der Vergleich mit der Vorlage, dem letzten Film des 2010 verstorbenen Alain Corneau, ist ebenso spannend wie aufschlussreich, macht er doch deutlich, wie unterschiedlich das Kino zu erzählen vermag. Denn wo De Palmas Film 60 Minuten lang wie ein Szene-für-Szene-Remake wirkt, um dann zum Thriller zu mutieren, der die Frage nach der Identität des Mörders stellt, enthüllt Corneau dessen Identität unmittelbar nach der Tat und macht den Zuschauer damit zum Komplizen, setzt ihn einem Wechselbad der Gefühle aus und wahrt die Balance zwischen Identifikation und Distanz – um mit einer bösen Schlusspointe zu enden.

Text: Frank Arnold

Foto: Pascal Chantier – SBS / Universum Film GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Love Crime (Crime d‘amour), Frankreich 2010; Regie: Alain Corneau; Darsteller: Ludivine Sagnier (Isabelle), Kristin Scott Thomas (Christine). 106 Minuten, F/D, optionale deutsche UT. Extra: Trailer. Erhältlich bei Universum Film (DVD/Blu-ray) ab 19. April

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