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„Love Eternal – Auf ewig Dein“ im Kino

Love Eternal - Auf ewig Dein

Man muss sich Irland als überfülltes Land vorstellen: Da sucht einer nach dem Tod der Mutter ein ruhiges Fleckchen im Wald, um am Heiligabend ungestört Suizid zu begehen – und während der besinnlichen Minuten seiner letzten Lebensbilanz biegt ein ganzer Kleinbus mit Selbstmordkandidaten um die Ecke. Klingt konstruiert und unplausibel? Willkommen bei „Love Eternal“! Die irische Verfilmung eines japanischen Romans erzählt vom depressiven jungen Ian, der seine Todessehnsucht in nekrophilen Affären auslebt. Jenseits seiner morbiden Requisiten liefert der Film eine Coming-of-Age-Geschichte, wählt dabei jedoch, gerade weil er sich todernst nimmt in seiner Provokation, eine allzu vorsichtige, gediegen-geschmackvolle und im Off-Kommentar übererklärte Darstellungsweise. Weitgehend verloren geht das Potenzial des Stoffes, die schwarzhumorige Tragik einer verkapselten Existenz, die nur die Nähe des gerade nicht mehr Lebendigen zulassen kann. Und darin ein starkes Bild der Angst vor dem Anderen entwirft.

Text: Stella Donata Haag

Foto: Drop Out Cinema

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Love Eternal – Auf ewig Dein“ im Kino in Berlin

Love Eternal – Auf ewig Dein (Love Eternal), ?Irland 2013; Regie: Brendan Muldowney; Darsteller: Robert de Hoog (Ian Harding), Pollyanna McIntosh (Naomi Clarke), Amanda Ryan (Tina Shaw); 98 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 22. Mai

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