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„The Love Police“ von Harold Baer

The_Love_Police_01_c_RealFictionFilmverleihCharlie Veitch ist ein Mensch, der nach seinem Karriereende in der Londoner Finanzbranche plötzlich ins Internet gefallen ist. Mitgenommen hat er ein Megaphon, viele Fragen an das politische und wirtschaftliche System und vor allem: jede Menge Selbstvertrauen. Als „Love Police“ reist der Endzwanziger durch die westliche Hemisphäre und versammelt durch seine provokanten, verbalen Darbietungen eine beachtliche Fangemeinde auf YouTube. Denn Veitch hat begriffen: Möchtest du etwas bewegen, dann filme es und stelle es ins Internet. Als glühendem Verfechter der „Free Speech“ ist dem jungen Mann nur schwer beizukommen.

Doch kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, dass Veitch mit ähnlicher Vehemenz und Selbstgerechtigkeit noch vor wenigen Jahren in genau die andere Richtung krakeelte. Das ist, unter psychologischen Gesichtspunkten, interessant zu beobachten. Die Essenz seiner Ansprachen kann man sich in Fünf-Minuten-Clips online ansehen. Die Transformation des potenten Aktivisten in der Dokumentation von Harold Baer.

Text: Carolin Weidner

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „The Love Police“ im Kino in Berlin

The Love Police Deutschland 2013; Regie: Harold Baer; 100 Minuten; FSK 12

Kinostart: 28. November

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