Kino & Stream

Low-Budget-Cinema im .hbc

Patrick Banush, Stephan Rothfuß

Wer einen Film machen will, aber nicht so recht weiß, wie eine solche Unternehmung zu stemmen ist, für den hat Patrick Banush Tipps. Einer davon: einfach fragen. Auf die Art hat der 39-Jährige gerade seine Filmreihe Low-Budget-Cinema auf die Beine stellen können, die im Dezember und Januar im .HBC läuft – mietfrei. Im Zentrum stehen Berliner Filme, die ohne Filmförderung mit wenig bis fast keinem Geld entstanden sind. „Was zurzeit in Berlin gemacht wird, sind für mich die spannendsten Filme im deutschen Kino seit Langem. Davon wird es auch immer mehr geben, denn man braucht heute einfach kein Geld mehr, um Filme machen zu können“, sagt der gebürtige Münchener. Für ihn ist das No-Budget-Metier in Berlin „einmalig auf der Welt“. Sein eigenes Spielfilmdebüt hat Banush (im Bild re., mit Ko-Betreiber Stephan Rothfuß) in der Wahlheimat realisiert: „Die Liebe und Viktor“ heißt die Komödie von 2009, in der sich ein großäugiger Berliner Nerd mit seinem unbefriedi­genden Gefühlsleben herumplagt. 40 Wochen lief sein Erstling in den Programmkinos. Dass Filme wie „Die Liebe und Viktor“, „Tom Atkins Blues“ von Alex Ross, „Schwarze Schafe“ von Oliver Rihs oder „Papa Gold“ von Tom Lass ihr Publikum in Berlin und vielleicht darüber hinaus haben, hat Banush schon erfolgreich getestet, als er im Sommer spontan das „Campingplatz­kino“ in der Kastanienallee ins Leben rief. Was im Sommer gut funktionierte, soll sich nun auch im Winter etablieren – im Kinosaal des .HBC, dem ehemaligen Kino „Balasz“. „Das gibt es auch nur hier, einen tollen Ort für so etwas mitten im Zentrum zu finden.“ Hier laufen dienstagabends Rohperlen des Underground-Films, da­runter die Publikumslieblinge des Campingkinos, aber auch etwa „Rocker“ aus dem Jahr 1972, gedreht vom Gottvater aller deutschen Underground-Filmer, Klaus Lemke.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Harry Schnitger

Low-Budget-Cinema, .HBC, Karl-Liebknecht-Straße 9, Mitte

Di, 20 Uhr (bis 31.1.), AK: 3 Euro; Di 3.1. „Rocker“; Di 10.1. „Schwarze Schafe“; Di 17.1. „Stiller Frühling“

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