Tragikomödie

„Luca tanzt leise“ im Kino

Raus aus dem Dunkel – „Luca tanzt leise“ ins Berliner Leben zurück

Foto: Darling Berlin
Foto: Darling Berlin

„Ich hatte ein paar dunkle Jahre“ – die Augen von Luca (Martina Schöne-Radunski, Foto) bekommen plötzlich eine düstere Tiefe. Mittler­weile scheint es so, als habe die Endzwanzigerin, die gerne in lebhaftes Berlinern verfällt, die Kurve zurück ins Leben gekriegt. Mit dem ­älteren Kfz-Mechaniker Kurt (Hans-Heinrich Hardt) büffelt sie für die bevorstehende ­Abiturprüfung. Der größte Halt ist für Luca ­sowieso ihre treue Hündin Mata.
Doch Vorsicht: Plötzlich ist sie wieder da, die Depression. Dann kann die liebevolle Oma ebenso wenig helfen wie die ständig Lebens­tipps absondernde Mutter. Denn neben dem zu Jähzorn neigenden Lover stehen auch noch Drogen und die langen Berliner Nächte dem Vernünftig-werden im Weg. Und vor ­allem Luca sich selbst.
Philipp Eichholtz hat schon mit dem Vorgängerfilm „Liebe mich!“ bewiesen, dass es für einen tollen Kinofilm weder ein hohes Budget noch ein ausformuliertes Drehbuch braucht. Denn wie beim „Berlin Mumblecore“ üblich, werden nur Figuren und einzelne Szenen ­umrissen, der Rest passiert spontan vor der Kamera. Und da entwickeln sich Martina Schöne-Radunski und Hans-Heinrich Hardt als Abiturienten zum Dreamteam: Sie agieren mit einer Natürlichkeit, die extrem gute Laune macht und dennoch die Schattenseiten nicht ausspart.
Wenn man auf öffentliche Förderung pfeift, kann Kino auch so gehen wie es Eichholtz erzählt: „Mit diesem kleinen Drehbuch unterm Arm traf ich mich mit Martina auf einen 1€-Filterkaffee an einer U-Bahnstation. Sie las die sieben Seiten in meiner Gegenwart und sagte danach für die Rolle der Luca zu. Drei Wochen später war der erste Drehtag.“

Luca tanzt leise D 2016, 72 Min., R: Philipp Eichholtz, D: Martina Schöne-Radunski, Hans-Heinrich Hardt, Sebastian Fräsdorf, Claudia Jacob, Start: 19.1.

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