Animationsfilm

„Luis und die Aliens“ im Kino

1990 gewann der an der Kunsthochschule Kassel entstandene Puppentrickfilm „Balance“ von Christoph und Wolfgang Lauenstein den Oscar für den Besten animierten Kurzfilm. Danach hörte man von den Zwillingsbrüdern lange nichts mehr.

Umso überraschter darf man nun ihren ersten langen Computeranimationsfilm „Luis und die Aliens“ zur Kenntnis nehmen: eine deutsch-luxemburgisch-dänische Koproduktion, die deutlich auf ein internationales Familienpublikum abzielt.

Auf den ersten Blick scheinen die in den USA angesiedelte Story und die Figurencharakterisierung dabei nicht übermäßig originell: Luis ist ein von den Mitschülern gemobbter zwölfjähriger Außenseiter, sein Vater ein durchgeknallter Alien-Jäger, der seinen Sohn kaum zu bemerken scheint. Weshalb Luis auch noch damit rechnen muss, dass ihn sein eigentlich wohlmeinender Schulleiter und eine fiese Institutsvorsteherin unter Umständen in ein Internat verfrachten werden. Doch dann trifft der Junge auf drei Aliens, die nicht nur zu jedem Streich aufgelegt sind, sondern praktischerweise auch die Gestalt verschiedener Menschen annehmen können.

Das bietet in der nun anhebenden Verwirrungs- und Verwechslungskomödie mit snobistischen Nachbarn, dem verwirrten Vater und dem anrückenden Schulleiter einen überraschend amüsanten Quell der Erheiterung. Der Humor rangiert dabei zwischen charmanten Albernheiten und einer gut getimten Parodie auf das sauber-langweilige Vorstadtleben – und bietet auf diese Weise verschiedenen Altersgruppen ganz unverkrampfte, richtig gute Unterhaltung.

Luis und die Aliens D/LUX/DK 2018, 85 Min., R: Christoph & Wolfgang Lauenstein, Sean McCormack, Stimmen OF: Timothé Vom Dorp, Franciska Friede, Jérôme Rebbot, Thierry Desroses, Claude Perron, Jean-Stan du Pac, Start: 24.5.

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