Agententhriller

„Luna“ im Kino

Auch in Merkel-Deutschland gibt es russische Spione

Universum

Die Nacht mit ihren Freundinnen im Club ist die letzte unbeschwerte in Lunas Teenager­leben. In den frühen Morgenstunden fährt sie mit ihrer kleinen Schwester und den Eltern in die Berge: Urlaub ohne Internet, Horror genug für eine 17-Jährige. Doch es kommt schlimmer. Viel schlimmer. Unvermittelt tauchen vor der Hütte drei zwielichtige Typen auf. Bevor Luna Zeit hat, sich zu wundern, warum Papa mit den Fremden auf Russisch spricht, haben die schon ihre Waffen gezogen. Ihre Familie wird an Ort und Stelle hingerichtet, sie selbst flüchtet durch den Wald und landet nach ­Stunden bei der Dorfpolizei.

Khaled Kaissar verarbeitet in seinem Spielfilmdebüt die wahre Geschichte zweier Eheleute, die in Baden-Württemberg, als brave Bürger verkleidet, jahrelang für den KGB spionierten. In Kaissars Variante des Stoffs ist der Fami­lienvater ein russischer Überläufer, der seinen angestammten Verein zugunsten des BND verraten hat. Gemeinsam mit dessen Freund und Kollegen Hamid setzt die Tochter dazu an, ihre Familie zu rächen.

„Luna“ beginnt vielversprechend. Atmosphärisch inszeniert, mit wuchtigen Bildern und einer dynamischen Kameraführung. Doch auf dem Schlingerkurs zwischen Agententhriller, Actionfilm und Coming-of-Age-Drama verstolpert sich der Plot an seinen Ambitionen. Zwar machen Lisa Vicari (bekannt aus der Netflix-Serie „Dark“) und Carlo Ljubek ihre Sache ziemlich gut, doch die Handlung wirkt arg konstruiert. So verspielt der Film sein anfängliches Potenzial.

Luna D 2017, 90 Min., R: Khaled Kaissar, D: Lisa Vicari, Carlo Ljubek, Branko Tomović, Bibiana Beglau, Start: 15.2.

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