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„Madame Marguerite oder Die Kunst der falschen Töne“ im Kino

Madame Marguerite

Und doch strömen sie in den frühen 1920ern zu den eleganten Soirйen auf ihrem Landsitz bei Paris, die Schmeichler und die Intriganten, die Großbürger und die jungen Künstler, und lauschen mit geheuchelter Bewunderung, wie ihre großzügige Gönnerin die Koloraturen der Königin der Nacht zersägt.
Der Film, der die reale Geschichte der US-Erbin Florence Foster Jenkins aufgreift, bleibt jedoch nicht bei diesem erbarmungslosen auditiven Voyeurismus stehen, sondern geht weiter, verlässt die sichere Sphäre des Fremdschämens und macht den Schmerz einer obsessiven Liebe spürbar, die diese Frau in die Musik und schließlich in die Verzweiflung treibt. Die schönen jungen Menschen mit den makellosen Gesichtern und Stimmen sind dabei nur Vermittler, deren Geltungsdrang und Liebeshändel als Teil des mit sorgfältiger Sinnlichkeit arrangierten Dekors nicht auserzählt wird. Die große Bühne gehört für diese zwei Stunden Marguerite und erfüllt zumindest dramaturgisch ihren Traum vom Leben für die Kunst, von dessen Scheitern der Film erzählt.

Text: Stella Donata Haag

Foto: 2015 Concorde Filmverleih GmbH / Larry Horricks

Orte und Zeiten: „Madame Marguerite oder Die Kunst der falschen Töne“ im Kino in Berlin

Madame Marguerite oder Die Kunst der falschen Töne (Marguerite), Frankreich/Belgien/Tschechien 2015; Regie: Xavier Giannoli; Darsteller: Catherine Frot (Marguerite), Andrй Marcon (Georges Dumont), Michel Fau (Atos Pezzini); 127 Minuten

Kinostart: Do, 29. Oktober 2015

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