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„Malavita – The Family“ mit Robert De Niro

Malavita_The_Family_03_c_UniversumFilmEin Mann sieht rot. Weil das Wasser in seiner neuen Bleibe stets braun gefärbt aus dem Hahn kommt, wird Fred Blake beim Bürgermeister der französischen Provinzstadt vorstellig, in die er gerade mit seiner Familie übergesiedelt ist. Als der unwillig-abweisend reagiert, macht Blake ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Denn Blake heißt eigentlich Giovanni Manzoni, und seinen Aufenthalt in Frankreich hat er der Tatsache zu verdanken, dass er seine Freunde und Kollegen ans Messer geliefert hat und nun in einem Zeugenschutzprogramm ist.

Robert De Niro in einer Komödie? Für die Kinogänger, die den Schauspieler vor allem für „Taxi Driver“ und „GoodFellas“ schätzen, ist das eher ein Alptraum, spätestens seit dem letzten Teil der „Fockers“-Filmreihe mit den peinlichen Viagra-Witzen. Andererseits handelt es sich bei „Malavita – The Family“ um eine Mafiakomödie, also vertrautes Terrain für De Niro. Was natürlich auch anbiedernd danebengehen könnte.

Dass das hier nicht der Fall ist, zeigt jene Sequenz, in der Fred Blake als Gast in den örtlichen Filmclub eingeladen wird. Statt dass der angebliche Schriftsteller dort zu einem Drama über einen gescheiterten Schriftsteller referieren kann, muss der New Yorker jetzt, nachdem ein falscher Film angeliefert wurde, über einen New-York-Film sprechen. Dessen Protagonisten sind Mafiosi, der Film ist Martin Scorseses „GoodFellas“. Und in dem spielte De Niro eine tragende Rolle. Wer das weiß, darf dabei schmunzeln – breitgetreten wird dieser Gag nicht.

Bemerkenswert ist auch die Lakonie jener Montagesequenz, in der eine Information, die zur Enttarnung der Blakes führt, ihren Weg aus der französischen Provinz nach New York in die Zelle des Gangsterbosses findet, den Giovanni Manzoni verraten hat, ebenso die Szenen mit De Niro und Tommy Lee Jones als FBI-Agenten, der ihn betreut – ein „odd couple“, das bei allem Gezänk gut harmoniert.

Wie in der Romanvorlage von Tonino Benacquista, die auf Deutsch erst anlässlich des Kinostarts erschien, inszeniert der Film ein doppelbödiges Spiel mit Klischees, von der Abneigung der Franzosen gegenüber amerikanischer Fast-Food-Kultur bis zu der arroganten Dreistigkeit französischer Handwerker. Das blutrünstige Finale dürften viele Zuschauer dennoch als Schock empfinden.

Text: Frank Arnold

Foto:Universum Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Malavita – The Family“ im Kino in Berlin

Malavita USA/Frankreich 2013; Regie: Luc Besson; Darsteller: Robert De Niro (Fred Blake/Giovanni Manzoni), Michelle Pfeiffer (Maggie Blake), Tommy Lee Jones (Robert Stansfield/Tom Quintiliani); 112 Minuten; FSK 16

Kinostart: 21. November

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