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„Mama Africa – Miriam Makeba“ im Kino

Mama Africa

Ausgerechnet ihren wohl größten Erfolg mochte Miriam Makeba nicht. Für die Sängerin war „Pata Pata“ ein Lied ohne Bedeutung, denn es handelte im Grunde nur von einem Tanz. Makeba, die aufgrund eines Einreiseverbots für Südafrika fast 30 Jahre im Exil lebte, sang viel lieber Texte, die vom Unrecht und der Unterdrückung in Afrika erzählten.
Der couragierten Künstlerin widmet der Musik-Doku-erfahrene Filmemacher Mika Kaurismäki („Moro no Brasil“) nun die Hommage „Mama Africa“. Darin zeichnet er recht gradlinig ihren Lebensweg nach: Wie sie von Süd­afrika in die USA kam und von Harry Belafonte in New York zum Star gemacht wurde. Wie sie den Bürgerrechtler und Black-Panther-Aktivisten Stokely Carmichael heiratete. Und wie sie später persönliche Schicksalsschläge erlebte. Weil Makeba 2008 bei einem Konzert in Italien kurz vor den Dreharbeiten starb, musste Kaurismäki dafür auf teils seltenes Archivmaterial zurückgreifen. Zusammen mit Interviews mit Familienmitgliedern und Wegbegleitern montierte er es jedoch zu einem zwar konventionellen, aber spannenden Porträt eines bewegten Lebens, das sich vor allem auf Makebas Musik und ihr Engagement konzentriert und darauf, wie sich beides immer wieder durchdrang.

Text: Sascha Rettig

Foto: Guner Erhan

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Mama Africa“ im Kino in Berlin

Mama Africa, Deutschland/Südafrika/Finnland 2011; Regie: Mika Kaurismäki; 89 Minuten; FSK 0

Kinostart: 10. November

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