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„Man On Wire“ ist eine spektakuläre Dokumentation

Man On Wire„Welch ein wunderschöner Tod, bei der Ausübung seiner Passion zu sterben“, sagt der Seil­akro­bat Philippe Petit. Doch war es kein Todeswunsch, sondern Wahnwitz und Besessenheit, die den Franzosen dazu trieb, am Morgen des 7. August 1974 ohne Sicherungsleine in über 400 Metern Höhe eine dreiviertel Stunde lang auf einem Drahtseil zwischen den beiden Gebäuden des World Trade Centers hin und her zu balancieren. Am Abend zuvor waren Petit und drei Helfer mit einer zentnerschweren Ausrüstung heim­lich aufs Dach des damals höchsten Wolkenkratzers der Welt geschli­chen und hatten eine Stahltrosse zwischen den Türmen gespannt.
Der Coup ist mit Originalaufnahmen und nachgestellten Szenen spannend wie ein Krimi inszeniert, dazwischengeschnitten sind Interviews mit den Beteiligten sowie alte Filmbilder und Fotos, die Petit bei Vorübungen und der Vorbereitung seines spektakulären Autritts zeigen. Dabei bekommt man auch einen Eindruck von der Persönlichkeit des Ex­trem­artisten, der nach seinem toll­kühnen Drahtseilakt zwar festgenommen, aber freigesprochen wurde. Auch auf der Leinwand eine schwindelerregende Show.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

Man on Wire, Großbritannien 2008; Regie: James Marsh; Farbe und Schwarz-Weiß, 94 Minuten

Kinostart: 22. Januar 2009

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