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"Mängelexemplar" im Kino

"Mängelexemplar" im Kino

Eine Komödie über Depressionen – keine einfache Sache, die sich die Drehbuchautorin und Regisseurin Laura Lackmann mit ihrem Spielfilmdebüt aufgehalst hat. Eine weitere Schwierigkeit: Wie bringt man das Innenleben der Protagonistin Karo auf die Leinwand in der Adaption eines Buches, das ja deren Perspektive einnimmt? Chapeau: Gerade die imaginierten Sequenzen gehören zu den stärksten des Films.
Nachdem die hübsche, junge und bis dato auch einigermaßen erfolgreiche Kreuzbergerin Karo (ganz großer Seelenstriptease: Claudia Eisinger, Foto, li.) erst den Job und dann den Lover verliert, stürzt sie in ein Loch, deren Tiefe sie nicht einmal erahnen konnte. Weder Mutter (Katja Riemman), Großmutter (Barbara Schöne) noch beste Freundin (Laura Tonke, re.) sind eine große Hilfe, wenn frau sich vor allem selbst im Weg steht. Also begibt sich Karo auf eine turbulente Psycho-Odyssee, mit kluger Therapeutin (Maren Kroymann) und diversen Ausflügen in die esoterische Hilfeindustrie.
Vor allem dank der Leistung Claudia Eisingers schafft es die Tragikomödie, dass der ­Zuschauer die emotionalen Ausbrüche Karos tapfer übersteht und ihr stets mit Sympathie zur Seite steht. Zugleich liefert "Mängelexemplar" nicht nur den weiblichen Blick auf Depressionen, sondern zudem ein stimmiges Porträt der Generation um die 30, von der ja erwartet wird, dass sie stets auf der Überholspur unterwegs ist. Und da kann es einen schon mal aus der Bahn werfen. Einziger Makel: Mit 112 Minuten ist der bunte Kreuzberger Psychotrip etwas zu lang geraten.    

Text: Martin Schwarz

Foto: XVerleih

Orte und Zeiten: Mängelexemplar

Mängelexemplar D 2016, 112 Min., R: Laura Lackmann, D: Claudia Eisinger, Katja Riemann, Barbara Schöne, Laura Tonke

?Kinostart: Do, 12. Mai 2016

Lesen Sie auch das Interview mit der Regisseurin Laura Lackmann

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