Kino & Stream

„MansFeld“ im Kino

MansFeld

Das Mansfelder Land ist eine Region im Südwesten Sachsen-Anhalts, die mit dem Ende der DDR ihre nahezu 800 Jahre alte Bergbau- und Verhüttungstradition verlor. Nicht verloren jedoch ging ein uralter Brauch, mit dem alljährlich um Pfingsten herum der Winter aus dem Land verbannt wird: Peitschenknallende Buben in frühlingshaft bunten Kostümen vertreiben erwachsene Männer, die sich in einem Schlammloch festkrallen, aus ebendiesem. Das klingt seltsam, ist aber faszinierend anzusehen. Nur kommt die archaische Riesenschweinerei leider viel zu kurz und bildet lediglich den aufregenden Kulminationspunkt des ansonsten sehr zerfranst und unkonzentriert geratenen, von gediegener Langeweile geprägten Dokumentarfilms „MansFeld“ von Mario Schneider. In dessen Zentrum stehen mit Tom, Sebastian und Paul drei der Peitschen-Buben, ihre Familien und die unterschiedlichen sozialen Milieus, in denen sie aufwachsen. Da schaut man dann so zu und hört dabei so allerhand – und stellt einmal mehr fest, dass Normalität an sich eben noch kein Schauwert ist. Erst recht nicht, wenn ohne Not auf das Mittel sinnstiftender Montage verzichtet wird und der Film sich einfach nur dröge ergießt.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Joachim Blobel

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „MansFeld“ im Kino in Berlin

MansFeld, Deutschland 2012; Regie: Mario Schneider; 101 Minuten; FSK 6

Kinostart: 16. Mai

Mehr über Cookies erfahren