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„Maos letzter Tänzer“ im Kino

Maos letzter Tänzer

Essen und Kleidung im Überfluss, geräumige Wohnungen, schicke Autos – der Ballett-Tänzer Li Cunxin erlebt einen Kulturschock, als er 1981 in die USA kommt: ein Schlaraffenland für den Bauernsohn aus der bitterarmen chinesischen Provinz. Li avanciert in Houston zum Bühnenstar, verliebt sich in eine Amerikanerin, möchte in Texas bleiben – sehr zum Ärger seiner Regierung, die ihn mit Gewalt wieder nach China bringen will.
Rückblenden zeigen Lis Kindheit und den Drill zum Tänzer zu einer Zeit, als beim Ballett im Stil einer Militärparade mehr marschiert als getanzt wurde.
Heutzutage geht das Regime in Peking in seiner Kulturpolitik weit subtiler vor, nicht zuletzt mit Koproduktionen wie „Maos letzter Tänzer“. Da wird mit einem chinesischen Tänzer von Weltklasse Nationalstolz vermittelt, während Amerikaner tendenziell als zivilisationskrank und ihre Choreographien als dekadent erscheinen. Am Ende kommt Li als Held wieder in die Heimat, mit hochgerecktem Arm posiert er vor der chinesischen KP-Flagge.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Maos letzter Tänzer“ im Kino in Berlin

Maos letzter Tänzer (Maos last dancer), Australien 2009; Regie: Bruce Beresford; Darsteller: Bruce Greenwood (Ben Stevenson), Kyle MacLachlan (Charles Foster), Joan Chen (Niang); 121 Minuten; FSK 6

Kinostart: 4. November

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