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Marcel Ophüls: Meines Vaters Sohn

Marcel Ophüls: Meines Vaters SohnLetzte Woche Dienstag (10.2.) debattierte er mit Joshua Oppenheimer über die Darstellung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Film, am Tag darauf lief die restaurierte Fassung seines großen Films „The Memory of Justice“ und er bekam die Berlinale-Kamera verliehen, am Donnerstag (12.2.) stellt er schließlich seine gerade auf Deutsch erschienenen Erinnerungen „Meines Vaters Sohn“ vor. Während sein Vater Max Ophüls mit eleganten und subtilen (Melo-)Dramen wie „Lola Montez“ das Kino bereicherte, hat Marcel Ophüls mit seinen insistierenden Dokumentarfilmen über das Thema Verbrechen und Schuld Maßstäbe gesetzt.
Die Erinnerungen des 1927 Geborenen legen Zeugnis eines bewegten Lebens ab, vom Exil in den USA und Begegnungen mit zahlreichen Filmschaffenden im Haus seines Vaters über die erst späte Herausbildung seiner eigenen Handschrift 1969 mit „Das Haus nebenan“. Von im Plauderton (mit gelegentlichen Indiskretionen) vorgetragenen Anekdoten bis zu den dramatischen Dreharbeiten seiner eigenen Filme reicht die Palette dieses „Jahrhundertlebens“, in dem sich der Sohn durchaus vom Vater emanzipiert.

Text: Frank Arnold

Marcel Ophüls: „Meines Vaters Sohn“. Erinnerungen. Propyläen Verlag, Berlin, 320 S., 22 Euro

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