Bibeldrama

„Maria Magdalena“ im Kino

Mystischer Blick: „Maria Magdalena“ ist eine eher passive Filmheldin

UPI

Dass Joaquin Phoenix dringend einmal Jesus spielen musste, das war eigentlich spätestens seit „The Master“ klar. Der durchdringende Blick, der wilde Bart (Foto, li.), den er nun in „Maria Magda­lena“ zeigt, das versteht man wohl unter einem Messiaskandidaten. Eigentlich ist die Rolle des jüdischen Wanderpredigers, der in Jerusalem gekreuzigt wird, in dem neuen Film von Garth Davis („Lion“) nur die Nebenrolle, denn es soll ja um Maria aus Magdala gehen, die prominenteste Jüngerin ­Jesus’ – von der die Bibel erzählt, er hätte aus ihr ­sieben Dämonen ausgetrieben.

Rooney Mara (Foto, re.) bekommt hier aber nicht viel mehr zu tun, als verzückt und verträumt und irgendwie mystisch auf Jesus zu schauen und nebenbei die ganzen Missverständnisse der anderen Jünger zur Kenntnis zu nehmen. Die beiden Drehbuchautorinnen Helen Edmundson und Philippa Goslett ­suchen nach einem originellen Blick auf die „größte Geschichte aller Zeiten“ (so hieß einer der berühmtesten Jesusfilme), und machen tatsächlich eine Menge anders als viele Vorgänger.

So vermeiden sie auch viele Missverständ­nisse (Maria Magdalena wird hier vom Image der Prostituierten befreit), während aber neue hinzukommen: Manche Erfindung, zum Beispiel eine Predigtwanderung von Maria Magdalena mit Petrus (gespielt von dem Afro­amerikaner Chiwetel Ejiofor!) nach Samaria ist blanker Unsinn. In Summe bleibt dann doch vor ­allem ein mysteriös tuender, neumodischer Bibelschinken mit einer passiven ­Heldin.

Mary Magdalene (OT) BUSA 2018, 130 Min., R: Garth Davis, D: Rooney Mara, Joaquin Phoenix, Chiwetel Ejiofor, Start: 15.3.

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