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Mario Barth in „Männersache“ im Kino

MännersacheEs reicht ihm offenbar nicht, dass man ihn ständig im Fernsehen sieht, dass er omnipräsent von den Covern seiner DVDs und CDs grinst und im vergangenen Jahr bei seinem Akt beispielloser Massenbespaßung dreimal hintereinander das Olympiastadion ausverkauft war. Nein, jetzt wird auch noch das Kino barthisiert – und das, wie sich jetzt schon abzeichnet, mit immensem Erfolg. „Männersache“ heißt der Film, der das Barth’sche Comedyprinzip in eine Komödie übersetzen will, das vor allem daraus besteht, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf die immergleichen, langweilenden Klischees zuzuspitzen.
Dass dieses Werk allerdings fast konsequent durch die Gags-von-Gestern-Brille gefilmt wurde, ist von Anfang an klar. In den ersten nicht einmal fünf Minuten soll folgendes zum Lachen ermuntern: ein breit grinsender Schimpanse, eine dicke Frau im viel zu knappen Höschen und ein Epiliergerät, das sich durch Barths Schritt fräst. Ähnlich öde geht es schließlich auch weiter in der Geschichte, in der Barth den schlechten, erfolglosen Komiker Paul spielt, der auf Kosten seines besten Freundes ein schlechter, erfolgreicher Komiker wird, der den Massen mit Männer-Frauen-Vergleichen das Wasser in die Augen treibt.
Weil Erfolg aber nicht alles und die Welt der Schönen und Reichen ziemlich hohl ist, erfolgt schließlich die „Ich bin doch einer von euch“-Rückbesinnung. Allerdings ist Barth tatsächlich so durchschnittlich, jeder x-beliebige Berliner Mitte 30 und mit Gesichtsbehaarung die Rolle hätte spielen können. Dabei wird umso deutlicher, dass er außerhalb des Stand-Up-Kontextes eigentlich noch weniger als ohnehin zu bieten hat: kein Talent, keine markante Persönlichkeit, nichts Komisches, ja nicht einmal ein paar dummlustige Grimassen. Nur in der Rolle des schlechten Comedians, das muss man ihm zugestehen, ist Barth immerhin ganz bei sich.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: talentfrei

Männersache Deutschland 2009; Regie: Gernot Roll; Darsteller: Mario Barth (Paul), Dieter Tappert (Hotte), Anja Kling (Susi); 95 Minuten, Farbe; bereits gestartet

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