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„Mario“ im Kino

Drama über Homosexualität im Fußball

Pro Fun

Schwule im Profifußball? Noch immer ein Tabu-Thema. Der Schweizer Regisseur Marcel Gisler („Electroboy“) nimmt sich dieser Thematik in „Mario“ auf sensible Art an. Der Schweizer Nachwuchsfußballer Mario (Max Hubacher, „Der Hauptmann“) will in die Profiliga aufsteigen. Als seine Mannschaft den talentierten neuen Stürmer Leon (Aaron Altaras) aus Deutschland bekommt, harmonieren die beiden nicht nur auf dem Spielfeld. Aus Lust entwickelt sich die große Liebe, doch das Glück währt nicht lange: Als einer der Mitspieler das ­Geheimnis herausbekommt, haben die beiden mit anonymem Mobbing und Erpressung zu kämpfen.

Manager und Trainer sind sich einig, dass die Öffentlichkeit nichts davon erfahren darf und rät ihnen zur Verleugnung ihrer Homosexualität. Dennoch schreckt alleine das Gerücht nicht nur potenzielle Sponsoren ab, sondern bedroht auch die Dynamik innerhalb des Teams – und die Beziehung der beiden. Denn Leon möchte sich nicht weiter verstecken, während Mario an seine berufliche Zukunft denkt und von den ungleichen Reak­tionen seines Umfeldes überfordert ist.
Die Liebesgeschichte orientiert sich an Vorgängerfilmen wie „Freier Fall“ und ist an einigen Stellen etwas vorhersehbar. Was den Film ­jedoch interessant macht, ist die realitätsnahe Darstellung der Umgangsweise mit Homo­sexualität im Fußball, für die der Regisseur eng mit echten Kickerteams zusammengearbeitet hat. Der Film übt nicht nur Kritik an der Politik der Verschwiegenheit, die schwule Sportler umgibt, sondern behandelt auch die Frage nach Entscheidungsgewalt über Karriere und Outing.

Mario CH 2018, 119 Min., R: Marcel Gisler, D: Max Hubacher, Aaron Altaras, Jessy Moravec, Jürg Plüss, Start: 18.10.

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