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Marko Doringer im Gespräch

Marko DoringerTeil zwei des Interviews.

tip Ihr Film hat eine Art Happy End. Sie lernen eine Frau namens Marlene kennen. Eine zufällige Wendung?
Doringer Die Begegnung ist während der Dreh­arbeiten passiert. Ich kannte Marlene also nicht vor meiner Krise. Und hätte ich sie nicht kennengelernt, wäre der Film auch anders geendet. Die Dinge sind schon ungefähr chronologisch verlaufen. Da ist auch keine Szene gestellt oder nachgestellt oder erfunden.

tip Wie steht es mit Ihrem Zimmer in der Oranienstraße, das in der Ein­gangssequenz per subjektive Kamera zu sehen ist? Das ist authentisch so?
Doringer
Wieso?

tip Nun, der Raum sieht schon etwas krass aus.
Doringer
Da ist, wie gesagt, nichts nachgestellt oder so. Der Raum sah so aus, wie er im Film zu sehen ist.

tip Sind Sie dort nach wie vor zu Hause?
Doringer
In dem orangenen Zimmer aus der Eingangssequenz lebe ich mittlerweile nicht mehr. Das war in einer Wohngemeinschaft. Dort gibt es jetzt einen Nachmieter. Der hat das Zimmer leider weiß ausgemalt.

tip Berlin spielt in Ihrem Film eine besondere Rolle. Ist Berlin der natürliche Lebensraum für Menschen wie Sie?
Doringer
Ich bin schon ganz klar Wahlberliner. Es ist der Ort, an dem ich, abgesehen von meinem Heimatort, die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe. Ich habe hier großartige Momente erlebt, einfach weil es eine tolle Stadt ist, die viele Möglichkeiten bietet. Andererseits hat es mich, glaube ich, auch mit in diese Krise mit 30 gestürzt.

tip Inwiefern?
Doringer
Berlin hat eben diese beiden Seiten. Sprich: Winterdepression. Oder auch, dass du die Zügel schon ziemlich locker schleifen lassen kannst – weil es eine Hauptstadt ist, in der man auch günstig leben kann. Du steckst nicht so in diesem Motor, dauernd arbeiten zu müssen. Für mich persönlich überwiegen aber die Vorteile.

Interview: Ulrike Rechel

Lesen Sie hier: Die Filmkritik zu „Mein halbes Leben“


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