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Matt Damon in „Green Zone“ im Kino

Es sind also alle wesentlichen Fraktionen der amerikanischen Politik vertreten: die Regierung, die das Recht bricht; die Presse, die darauf hineinfällt; die Geheimdienste, auf die niemand hört; und das einfache Volk in Gestalt von Roy Miller, dem die Augen aufgehen. Paul Greengrass, der schon bei den „Bourne“-Filmen mit Matt Damon gearbeitet hat und mit „United 93“ einen der besten Filme zu 9-11 gemacht hat, lässt in „Green Zone“ die Fernsehbilder, die man aus den ersten Monaten nach dem Sieg im Irakkrieg kennt, in verwandelter Form noch einmal wiederkehren: Die Plünderungen, die abgeschottete Existenz der Amerikaner in der sicheren Zone rund um den ehemaligen Präsidentenpalast, die unübersichtlichen Häuserkämpfe, all das bettet Greengrass in fast schon in orientalischer Farbenpracht schwelgende Breitwandbilder, denen aber gleich­zeitig das raue Element des physischen Überlebenskampfes nicht fehlt.
„Green Zone“ entfernt sich in zwei Richtungen von der Sterilität der Fernsehbilder und wird so zu einem Monu­mentalfilm, der in den Staub gestürzt ist. Wie nebenbei wird dabei auch die Zersetzung der amerikanischen Armee durch die von Bush & Cheney betriebene „Privatisierung“ des Krieges deutlich: Denn die Leute, die Roy Miller schließlich jagen, sind nicht irakische Untergrundkämpfer, sondern amerikanische Verbände, denen Greengrass deut­lich den Charakter von Söldnern gibt. Das illegitime Moment, das dem Irakkrieg anhaftete, wird in diesen Szenen so konkret, wie es in einem Actionfilm unumgänglich ist: Matt Damon muss sich, wie schon in den „Bourne“-Filmen, die Sache schließlich erlaufen. Er muss schneller sein als die Leute, die für den eigenen Präsidenten die Drecks­arbeit machen. „Green Zone“ wird so zu einem patriotischen Kriegsfilm, auf den sich auch eine kritische Öffentlichkeit einlassen sollte.

Text: Bert Rebhandl

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Green Zone“ im Kino in Berlin

Green Zone, USA 2010; Regie: Paul Greengrass; Darsteller: Matt Damon (Roy Miller), Greg Kinnear (Clark Poundstone), Amy Ryan (Lawrie Dayne); Farbe, 115 Minuten

Kinostart: 18. März

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